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Auch mal wortwörtlich, wie beim Freiburger Start-up „irie surf“.
lokal ist Wellenreiten auf dem Parkplatz. Wie irie surf mit Sparkassensupport das Surffieber nach Freiburg brachte.

Wer mitten in Freiburg auf einem Surfbrett steht und die perfekte Welle reitet, vergisst schnell, wo er sich eigentlich befindet: auf einem ehemaligen Parkplatz im Industriegebiet im Norden der Stadt, Schwarzwaldblick inklusive. Hier hat Mario Gerlach (40) mit Unterstützung der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau das Start-up irie surf zum Leben erweckt, und damit eines der außergewöhnlichsten Freizeitprojekte der Region geschaffen.
Vom Eisbach ins Breisgau: Die Vision des Gründers
Mario Gerlachs Leidenschaft für das Board- und Kitesurfen begann früh: Schon als Kind stand er beim Windsurfen auf dem Schluchsee, mit 15 ritt er in Neuseeland die ersten echten Wellen. Nach dem Abitur ging es auf Weltreise, immer mit dem Surfbrett im Gepäck. Nach dem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens und einigen Jahren im IT-Projektmanagement in München kehrte er zurück in die badische Heimat – die Sehnsucht nach dem Wasser blieb. Inspiriert von der berühmten Eisbachwelle in München keimte sein Traum: eine eigene stehende Welle, mitten in Freiburg.
Hürdenlauf und Plattformbau: Die Geburt der Welle
Weil die Dreisam für eine natürliche Flusswelle zu wenig Wasser führt, suchte Gerlach nach einer technischen Lösung. Zunächst schwebte ihm ein großer Surfpark vor, mit Hotel, Campingplatz und Pumptrack; er klapperte rund 40 Bürgermeister zwischen Basel und Mannheim ab, doch politische Entscheidungsprozesse brauchen Jahre. Parallel suchte er nach einer schnelleren und vor allem kleineren Lösung. So traf er schließlich auf die Macher der „citywave“-Technologie: Sie hatten eine mobile Anlage „im Keller“ lagern, die zuvor kurzzeitig bei einem Einkaufszentrum in Regensburg betrieben worden war. Pachten war nicht möglich, Gerlach musste kaufen.
Die Standortsuche führte ihn über rund 22 geprüfte Flächen schließlich auf ein Parkplatz-Areal im Freiburger Norden. Doch wo heute Urlaubsflair herrscht, gab es zu Beginn nichts: weder Wasser-, noch Abwasser-, noch Stromanschluss. Eine eigene Trafostation wurde angemietet, das Abwasser verlegt, das gesamte Areal auf eine vier bis fünf Meter hohe Plattform gehoben, um die Illusion einer Strandoase im Grünen zu erzeugen. „Es war der Wahnsinn, wie aufwendig das alles war“, sagt Gerlach rückblickend.
Die Sparkasse als Fels in der Brandung
Für die Finanzierung eines solch unkonventionellen Projekts brauchte es Mut: Von drei angefragten Banken sagte eine sofort ab, eine zweite zögerte über Monate – und entschied sich am Ende dagegen. Die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau dagegen blieb dran. Dass ihr das Projekt nicht ganz fremd war, lag auch an der Erfahrung mit der Wakeboardanlage am Tunisee, die das Institut Jahre zuvor begleitet hatte.
Laura Isele, Leiterin der Gewerbekundenberatung Freiburg, war von Anfang an fasziniert und kämpfte intern für die Finanzierung:
„Mario Gerlach hat unglaubliches Herzblut in dieses Projekt gesteckt. Für uns als Sparkasse war klar: Über unseren öffentlichen Auftrag haben wir die Verantwortung, solche Leuchtturmprojekte, die die Standortattraktivität und Lebensqualität unserer Region stärken, möglich zu machen.“
Wie wichtig ein verlässlicher Partner ist, zeigte sich im ersten Winter. Nach einem guten Sommerstart sorgten unvorhergesehene Baukosten und der wetterabhängige Winterbetrieb dafür, dass irie surf die Luft ausging. „In dieser kritischen Phase war die Sparkasse wieder für uns da“, erinnert sich Gerlach. Gemeinsam mit Laura Isele wurden Zahlen und Businessplan noch einmal komplett aufgearbeitet, eine Nachfinanzierung sicherte das Überleben – und legte die Basis für einen deutlich strukturierteren zweiten Sommer: mit klareren Preisen (60 Euro unter der Woche, 65 Euro am Wochenende pro Session) und einem gewachsenen Team um den zweiten Geschäftsführer Simon und die erste Mitarbeiterin Ronja.
Ein lebendiger Kulturort für alle
Heute ist irie surf viel mehr als ein Sportplatz. Weil auf der Welle immer nur eine Person gleichzeitig stehen kann, hat das Team die Zeit drumherum monetarisiert: mit professionellen Surfkursen für Einsteigerinnen und Einsteiger und einem eigenen „Lady Surf“-Format einmal im Monat, bei dem Frauen ohne Publikum surfen lernen können. Dazu kommen Kasperle-Theater für Familien, Open-Air-Kino, Konzerte, Day Raves, ein Restaurant und eine wöchentliche Quiz-Night freitags. Selbst im Winter, bei Eis und Schnee, sind Sauna, Hot Tub und stehende Welle in Betrieb, sobald genug Nachfrage da ist.
Ganz sicher ist der Standort nicht für immer: Langfristig könnte die Fläche für ein Möbelhaus gebraucht werden. Bis dahin, sagt Gerlach, bleibe man so lange wie möglich – „und dann kommt eben der nächste Gang zur Sparkasse“.

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Mehr über Marios Surfwelle irie surf gibt’s hier.
Fotos: Raphael Pietsch