Wie grün soll die Sparkasse Freiburg sein?

veröffentlicht am 20. Juli 2022

lokalist auf dem Weg. Wie geht das? Ein Finanzinstitut nachhaltig machen? Und überhaupt: Was ist Nachhaltigkeit? Annette König ist Chief Sustainability Officer (CSO) der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau. Die 43-Jährige ist seit einem Jahr dabei, das Unternehmen auf Nachhaltigkeit auszurichten. Was bedeutet das für die Kund:innen, was für Mitarbeiter:innen?

 

Annette König, CSO der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau

 

lokalist | Alle reden drüber: Aber was bedeutet Nachhaltigkeit wirklich?

Annette König » | Nachhaltigkeit geht alle an. Das wissen auch alle. Irgendwie. Aber für viele ist Nachhaltigkeit vor allem: Strom sparen, Müll trennen. Rad fahren. Solche Dinge. Alles richtig, alles gut. Aber Nachhaltigkeit ist viel mehr: Nämlich eine Riesenaufgabe – wenn man es ernst meint. Es geht schließlich um ein ganz großes Ding, die Transformation hin zu einer besseren, zukunftsfähigen Gesellschaft.

 

Der Klimawandel ist schon da. Mit voller Wucht. Kann die Sparkasse helfen, die Sache noch zu drehen?

» | Das Thema geht alle an. Aber wir Sparkassen haben 40 Millionen Privatkund:innen in ganz Deutschland. Und 1,5 Millionen Firmenkund:innen. Das ist ein ziemlich großer Hebel, um gesellschaftliche Veränderungen mitzugestalten. Auch bei uns in der Region sind wir eine Größe: Mit 260.000 Kund:innen sind unsere Entscheidungen Motor für gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen – und prägen damit unsere Zukunft. Wie kaum andere Finanzinstitute können wir das Thema Nachhaltigkeit wirklich in die Mitte der Gesellschaft tragen.

 

Muss die Sparkasse überhaupt noch nachhaltig werden? Sie ist es doch schon: Nachhaltigkeit steckt ihr doch in den Genen, seit ihrer Gründung …

» | Schön wäre es. Klar, wir haben den Auftrag für das Gemeinwohl, festgeschrieben im Sparkassengesetz seit über 200 Jahren. Das unterscheidet uns tatsächlich von anderen Kreditinstituten.

 

Aber?

» | Es reicht nicht mehr. Wir können nicht sagen: Das war schon immer so. Wir kennen uns aus mit Verantwortung für die Zukunft, die Region, die Menschen.

 

Stimmt das denn nicht?

» | Oh, doch. Wir Sparkassen können das sehr glaubhaft untermauern und vermitteln. Mit unserer Geschichte. Mit unserer Haltung, unseren Produkten, die wir schon haben und unserem Förderengagement. Im ganzen Land beteiligen sich Sparkassen in ihren Regionen bereits aktiv an der ökologischen, ökonomischen und sozialen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Die Kund:innen kommen deshalb zu uns. Aber sie gehen bewusster damit um, was mit ihrem eigenen Geld passiert. Das ist anders als früher. Deshalb wir müssen noch viel weiter gehen.

 

Wie?

» | Absichtserklärungen sind schön. Aber nur glaubwürdig, wenn auch Taten folgen. Der Finanzmarkt ist ein zentraler Stellhebel, um die internationalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Im Kern geht es darum, Kapitalströme hin zu nachhaltigkeitsfördernden Wirtschaftsaktivitäten zu lenken. Das ist das erste Ziel. Klingt erstmal gut, oder?

 

 

Aber den Hebel umzulegen ist nicht so einfach?

» | Genau. Verstehen Sie mich nicht falsch. Wir sind wirklich auf einem guten Weg. Unter anderem mit der „Selbstverpflichtung deutscher Sparkassen für klimafreundliches und nachhaltiges Wirtschaften“, die wir unterzeichnet haben. Nach innen läuft einiges richtig: Wir sparen CO2 ein, wir verbessern unsere Ökobilanz, wo wir können und versuchen, eine noch bessere Arbeitgeberin zu werden: Vielfältiger, diverser. Nachwuchskräfte stellen immer öfter die Frage: Hat das, was ich tue, einen Sinn? Bei uns hat es das.

 

Und nach außen?

» | Wir finanzieren Windräder, Solaranlagen, ökologische Unternehmen und den klimaschonenden öffentlichen Nahverkehr. Unser Geld steckt in Niedrigenergiehäusern. Und über die Deka bieten wir grüne Anlagemöglichkeiten für unsere Kund:innen an. Aber wenn wir das Thema Nachhaltigkeit in aller Konsequenz ernst nehmen – und das wollen und müssen wir, dann müssen wir uns noch ernsthafter damit beschäftigen, wie wir Geld in Zukunft wirklich grün machen.

 

Wie geht das?

» | Kreditvergabe ist unser Kerngeschäft. Wenn wir wirklich nachhaltig werden wollen, müssen wir uns damit befassen: Wo möchten wir in Zukunft unser Kapital hinfließen lassen und wo nicht? Das ist nicht so leicht, wie es klingt. Was würde passieren, wenn wir den Stellhebel komplett umlegen auf hundert Prozent ökologisch? Wer und wie viele unserer Kund:innen wären davon betroffen?

 

Also: Wie grün müssen diese sein, damit Sie sie noch finanzieren?

» | Sehen Sie das Dilemma? Möchte ich dunkelgrün sein oder doch lieber nur ein bisschen hellgrün. Wir sind der Nachhaltigkeit verpflichtet, aber auch unseren Kund:innen. Wir müssen also eine Balance finden zwischen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Es kann nicht jede Person sofort grün werden. Nicht, weil er nicht will, sondern weil es eine Geldsache ist, das auch umzusetzen.

 

Wir müssen uns das, was wir verändern möchten, auch leisten können?

» | Genau. Man kann ja nicht mit Menschen brechen, die nicht sofort dazu in der Lage sind, all das umzusetzen, was unter Nachhaltigkeitsaspekten ideal wäre. Unsere Aufgabe ist es, abzuwägen: Wie gelangen Menschen oder Unternehmen zu diesem Ziel? Wir müssen alle mitnehmen auf dem Weg. Das ist unsere Aufgabe.

 

Haben Sie schon eine Lösung?

» | Ehrlich gesagt: Nein. Denn es gibt meines Erachtens nach nicht nur eine Lösung. In dem dynamischen Umfeld der Nachhaltigkeit, mit dem ich mich beschäftige, ist das undenkbar. Es gilt vielmehr, sich mit den Inhalten, Zielen und Auswirkungen zu beschäftigen. Aber wir haben begonnen, uns zu bewegen! Das Thema Nachhaltigkeit bringt uns vor allem dazu, mehr darüber nachzudenken, welche Konsequenzen unsere Entscheidungen wirklich haben. Letztlich erfordert es eine Sache, die wir uns heute viel zu wenig nehmen: Zeit.

Mit ihrer Haltung, ihren Produkten und ihren Initiativen beteiligt sich die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau aktiv an der ökologischen, ökonomischen und sozialen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Sie leistet so einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in der Region. Die Seite Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau & Nachhaltigkeit bietet Ihnen hierzu einen ersten Überblick.

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