Berufsausbildung in Teilzeit

veröffentlicht am 19. Februar 2022

Manchmal lässt die persönliche Situation es nicht zu, eine Berufsausbildung in Vollzeit zu machen. Eine Lösung kann dann eine Ausbildung in Teilzeit sein. Was man dabei wissen sollte.

Seit 2020 steht die Teilzeitberufsausbildung allen Auszubildenden offen. Interessant ist sie zum Beispiel für junge Eltern, Personen, die Angehörige pflegen oder selbst gesundheitlich eingeschränkt sind. Dabei wird die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit maximal bis zur Hälfte reduziert. Das betrifft allerdings nur die Zeit, während der du im Betrieb lernst und arbeitest, nicht aber den Berufsschulunterricht. Daran musst du regulär teilnehmen, wenn du keine Ausnahmeregelung treffen kannst. In jedem Fall hast du am Ende einen vollwertigen Abschluss in der Tasche, der dem nach einer Vollzeitausbildung in nichts nachsteht.

Der Weg zur Teilzeitausbildungsstelle

Grundsätzlich kannst du in allen anerkannten dualen Ausbildungsberufen eine Teilzeitausbildung absolvieren. In kaufmännischen, handwerklichen oder etwa freien Berufen im medizinischen Bereich stehen die Chancen oft gut. Die Herausforderung besteht darin, einen Betrieb zu finden, der eine Ausbildung in Teilzeit anbietet. Entsprechende Stellenausschreibungen sind sehr selten. Am besten fragst du bei dem Unternehmen deiner Wahl nach, ob es die Ausbildung in Teilzeit anbietet.

Ist dein (potenzieller) Arbeitgeber bereit, regelst du mit ihm, welche Reduzierung möglich ist. Sie wird dann in einer Zusatzvereinbarung zu deinem Ausbildungsvertrag schriftlich festgehalten und von der zuständigen Stelle in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen. Abhängig vom Ausbildungsberuf ist das die jeweilige Kammer. Die Vereinbarung kann jederzeit während der Ausbildung einvernehmlich geändert werden. Damit ist es auch möglich, nach begonnener Vollzeitausbildung in Teilzeit zu wechseln oder nur Teile der Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren.

Ausbildungszeit, Gehalt und Urlaub

Arbeitest du pro Tag oder Woche weniger, verlängert sich deine Ausbildungsdauer entsprechend – maximal bis zum Eineinhalbfachen der regulären Dauer. Beispiel: Bei einer dreijährigen Berufsausbildung liegt die Höchstgrenze für eine Verlängerung bei 4,5 Jahren. Reduzierst du auf 75 Prozent (30 statt 40 Wochenstunden), verlängert sich deine Ausbildung um ein Jahr auf vier Jahre. Mit dem Teilzeitrechner der IHK Berlin kannst du ermitteln, wie lange deine Ausbildung unter welchen Voraussetzungen dauern wird. Wie bei einer regulären Ausbildung kann die Teilzeitausbildung reduziert werden, wenn

  • du einen höheren Schulabschluss hast,
  • beruflich vorgebildet bist oder
  • gute Leistungen in Berufsschule oder Betrieb zeigst und damit das Ausbildungsziel schneller erreichst.

Ein Antrag auf Verkürzung muss bei der zuständigen Kammer beantragt werden.

In der Regel richtet sich die Ausbildungsvergütung nach den tatsächlich geleisteten Stunden. Wenn das für den Lebensunterhalt nicht reicht, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen. Mehr dazu erfährst du bei der Agentur für Arbeit.

Wie bei jedem Teilzeitjob kann der Urlaubsanspruch geringer ausfallen. Abhängig ist das davon, ob du deine Ausbildungszeit täglich oder wöchentlich reduziert. Wer täglich weniger Stunden arbeitet, hat den gleichen Urlaubsanspruch wie Azubis in Vollzeit. Wer aber zum Beispiel nur vier statt fünf Tage in der Woche arbeitet, erhält entsprechend weniger Urlaub – zum Beispiel 24 statt 30 Tage.

 

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