Heizungsvergleich: So modernisieren Sie Ihre Heizung

veröffentlicht am 9. Februar 2024

Wer den Austausch seiner Heizung plant, trifft eine Entscheidung für die nächsten 20 Jahre. Auch wenn die Anschaffungskosten erst einmal hoch erscheinen – um bis zu 40 Prozent lassen sich auf Dauer die Ausgaben für Energie senken. Und nachhaltig ist es auch. Das sind zwei starke Argumente. Doch welche Heizsysteme gibt es? Wir machen den Vergleich.

 


Das Wichtigste in Kürze:

  • Denken Sie die Zukunft mit und achten Sie auf eine gute Ökobilanz.
  • Entscheiden Sie sich für ein Heizungssystem, das den Voraussetzungen in Ihrem Wohngebäude am besten entspricht.
  • Ein Wechsel spart mittelfristig bares Geld: Lassen Sie sich beraten und nutzen Sie die Förderprogramme.

 

Die Energiewende kommt in den eigenen vier Wänden an

Die Wärmeversorgung wird immer teurer, der Klimawandel immer spürbarer. Noch hat Erdgas laut Statistischem Bundesamt beim Wohnen mit etwa 41 Prozent den größten Anteil. Doch der Lieferstopp von Gas aus Russland und die angehobene CO2-Abgabe verteuerte in jüngster Vergangenheit das Heizen mit Gas und Heizöl deutlich. Das führte zum Umdenken. Deshalb investieren mehr und mehr Menschen in Deutschland in ihre eigene Energiewende.

Die Abkehr von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas und Kohle sowie der Atomenergie führt immer öfter zur individuellen Sanierung und somit zu Technologien wie Photovoltaik, Solarthermie, Batteriespeicher, Wärmepumpe, Kraft-Wärme-Kopplung oder Holzpellet-Heizung. Doch welche Heizungsmodernisierung eignet sich am besten?

 

Ein Vergleich verschiedener Heizsysteme

Zu den klassischen Heizsystemen gehören etwa Gasheizungen, Ölheizungen oder Kaminöfen. Alternative Heizsysteme sind nicht nur klimaschonender, sondern können auch bares Geld sparen: etwa eine Wärmepumpe, Pelletheizung, Solarthermie-Anlage, Hybridheizung, Biomasse oder Brennstoffzellen-Heizung. Doch welche dieser Möglichkeiten eignet sich am besten? Eine Modernisierung oder gar Neuanschaffung sollte gut geplant sein.

 

Gas- und Ölheizung mit Brennwerttechnik

Steht bei einem Brennwertkessel (meist Öl- oder Gas-Kessel) eine Modernisierung an, empfiehlt es sich, lieber in einen neuen Heizkessel zu investieren, statt einen überalterten zu reparieren. Kessel, die älter als 20 Jahre sind, verschwenden besonders viel Energie. Denn veraltete Geräte nutzen den jeweiligen Energieträger nur zu etwa 60 bis 70 Prozent aus. Das bedeutet, dass viel Öl oder Gas umsonst verbrannt wird.

Moderne Anlagen mit einem Brennkessel sind dagegen deutlich effizienter und nutzen auch die Wärme aus Verbrennungsabgasen zum Heizen. So erzielen sie einen Nutzungsgrad von fast 100 Prozent. Seit Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung 2014 sind Brennwertkessel bei neuen Öl- und Gasheizungen sogar Pflicht. Alles, was Sie zum Heizungstausch wissen müssen, finden Sie hier, unter dem Menüpunkt „Alles wichtige zum Gebäudeenergiegesetz“.

Auch die Gasheizung punktet mit einem Anschaffungspreis ab ca. 9.000 Euro. Sie braucht außerdem weder einen Tank noch ein Rohstofflager. Die Gasheizung ist etwas besser für die Umwelt als eine Ölheizung, da sie weniger CO2 produziert. Statt Erdgas können Sie auch erneuerbares Biogas verwenden. Eine Gasheizung ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn bereits ein Gasanschluss existiert und Sie nicht extra aufwendig Leitungen verlegen müssen. Bisher rechnete sich die Anschaffung schon nach wenigen Jahren – aktuell ist aber unklar, wie sich die Gaspreise weiter entwickeln werden.

Der wesentliche Vorteil einer Ölheizung ist der vergleichsweise geringe Anschaffungspreis (ab ca. 6.000 Euro). Sie brauchen allerdings genügend Platz und einen Tank für die Lagerung des Heizöls. Die Preise für Heizöl sind relativ hoch und schwanken stark. Ein weiterer Nachteil ist, dass eine Ölheizung mithilfe dieses fossilen Brennstoffs Wärme erzeugt. Sie ist daher nicht nachhaltig und weniger umweltfreundlich als andere Heizsysteme. Zudem haben Ölheizungen einen höheren Wartungs- und Reinigungsaufwand im Vergleich zu Gasheizungen.

 

 

Pelletheizung (Biomasse)

Das ist eine Alternative zu Öl- und Gasheizungen: Bei einer Pelletheizung heizen Sie mit pflanzlichen Stoffen, etwa klein gepressten Holzspänen, -scheiten und -pellets, Hackschnitzeln, Holzrinden und Altholz – im besten Fall mit Abfallprodukten aus den Sägewerken.

Sie nutzen daher einen preiswerten, meist heimischen und nachwachsenden Brennstoff. Zudem entsteht bei einer Pelletheizung relativ wenig CO2. Aus diesen klimafreundlichen Gründen werden Pelletheizungen auch von der KfW gefördert.

Sie benötigen allerdings genügend Platz für die Holzpellets. Zudem sind die Anschaffungskosten deutlich höher als bei einer Gas- oder Ölheizung: ab 25.000 Euro) und die Feinstaubbelastung ist relativ hoch. Aufgrund der geringen Rohstoffkosten und der guten Ökobilanz lohnen sich Pelletheizungen für nahezu alle Gebäudetypen – vor allem für Vielheizer sowie für größere und eher schlecht gedämmte Immobilien.

 

 

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe nutzt die Wärme aus der Erde, der Luft oder dem Grundwasser zum Heizen. Sie haben daher geringe Heizkosten und keine laufenden Ausgaben für einen Brennstoff – ein großer Pluspunkt. Zudem sind Wärmepumpen sehr klimafreundlich, da sie kein CO2 produzieren. Sie sind allerdings elektrisch betrieben und verbrauchen somit Strom. Die Anschaffungskosten sind vergleichsweise hoch (ab ca. 20.000 Euro). Sie können für die Finanzierung aber staatliche Fördermittel nutzen, 30 Prozent gibt der Staat als Basisförderung dazu.

Für energieeffiziente Neubauten sind sie hervorragend geeignet – dort haben Wärmepumpen indes auch den größten Anteil an allen verbauten Heizsystemen. In Bestandsbauten macht sie vor allem Sinn, wenn die Gebäude gut gedämmt sind. Anderenfalls verbraucht die Wärmepumpe Strom und deckt, je nach Haustyp, im Winter eventuell nicht den kompletten Heizbedarf ab. Wärmepumpen sind daher bei gut gedämmten Neubauten sinnvoll, im Altbau sind sie aber oft nicht wirtschaftlich.

 

 

Solaranlagen

Der Vorteil einer Solaranlage liegt klar auf der Hand: Sie ist umweltfreundlich, nachhaltig und produziert ohne CO2-Austoß Wärme. Deshalb gibt es auch hier Unterstützung für Photovoltaikanlagen: als BAFA- oder KfW-Förderung. Die Anschaffungskosten beginnen bei ca. 10.500 Euro, mit Stromspeicher liegen sie etwa bei 23.000 Euro. Im Jahr 2024 sind die Preise für PV-Anlagen zum Kauf teils niedriger als in den Vorjahren.

Allerdings ist eine Solaranlage als alleiniges Heizungssystem nicht ausreichend. So kann eine große Photovoltaikanlage ohne Batteriespeicher nur 10 bis 35 Prozent der Stromversorgung leisten. Deshalb müssen Solarstromanlagen mit anderen Systemen kombiniert werden. Denn bislang lässt sich die Sonnenenergie aus den Sommermonaten nicht bis zum grauen Winter speichern. Sie ist daher hauptsächlich als ergänzende Heizung – Hybridlösung – empfehlenswert. Zudem ist Solarenergie nur sinnvoll, wenn Sie ein ausreichend großes und zur Sonne (Südost bis Südwest) ausgerichtetes Dach auf Ihrem Haus oder Ihrer Garagen haben.

 

Blockheizkraftwerk mit Brennstoffzelle

Echte Kraft-Wärme-Koppler sind Blockheizkraftwerke (BHKW). Angetrieben durch einen Stromgenerator, dessen Abwärme die Heizung und das Warmwasser speist, erzeugen BHKW zugleich Strom und Wärme. Ein Haus kann sich – schon mit einem Mini- oder Mikro-BHKW, den kleineren Versionen des Blockheizkraftwerks – selbst versorgen. Das Energie-Einsparpotenzial liegt bei etwa 30 Prozent. Etwas größere BHKW können den überschüssigen Strom auch ins öffentliche Netz einspeisen und zusätzlich andere Verbraucher mitversorgen.

Das Verfahren gilt als umweltschonend und wird daher von Bund und Ländern gefördert, darüber hinaus auch von Energieversorgern bezuschusst – allerdings nur, wenn eine Brennstoffzelle zum Einsatz kommt. Denn diese benötigt nur Wasserstoff und arbeitet deshalb in einem sehr niedrigen Leistungssegment; der Gesamtwirkungsgrad, also die Effizienz, einer Brennstoffzellenheizung liegt bei bis zu 95 Prozent. Allerdings ist die Verfügbarkeit von Wasserstoff für heimische BHKW noch eine Herausforderung.

 

Heizungsart Kosten Vorteile Nachteile
Ölheizung ab 6.000 € günstige Anschaffungskosten fossiler Brennstoff, Preissteigerungen möglich, viel Platz für Tank und Kessel notwendig
Gasheizung ab 9.000 € relativ günstige Anschaffungskosten fossiler Brennstoff, Gasanschluss notwendig, abhängig von Gasimporten, Preisentwicklung unsicher
Pelletheizung ab 25.000 € klimafreundlich, komfortabel und effizient, geringe Rohstoffkosten hoher Anschaffungspreis
Wärmepumpe ab 20.000 € geringe Heizkosten und keine laufenden Ausgaben für Brennstoff elektrisch betrieben; verbraucht somit Strom
Solaranlage ab 10.500 € umweltfreundlich, produziert ohne CO2-Austoß Wärme als alleiniges Heizungssystem nicht ausreichend, muss mit anderen Systemen kombiniert werden
Blockheizkraftwerk ab 30.000 € sinnvoll, bei anhaltendem Wärmebedarf (mindestens zwei Drittel des Jahres), arbeitet autark und macht unabhängig hohe Kosten bei Anschaffung und Wartung. Generator wird mit Öl oder Gas betrieben

 

Wie Sie die Heizungsmodernisierung vorbereiten

Wenn Sie eine Heizungserneuerung planen, können Sie sich Unterstützung von Heizungsinstallationsunternehmen oder professionellen Energieberaterinnen und -beratern holen. Auch die Verbraucherzentralen bieten online, telefonisch oder vor Ort Beratungen an.

Wichtig: Falls Sie mehrere Modernisierungsmaßnahmen durchführen wollen, sollten Sie die Reihenfolge der einzelnen Schritte beachten. Zum Beispiel ist es sinnvoll, erst die Wände zu dämmen und anschließend in eine neue Heizung zu investieren. So gehen Sie sicher, dass Sie Ihre Anlage nicht zu groß dimensionieren.

 

Wie sich die Heizung finanzieren lässt

Für Sanierungen stehen Fördermöglichkeiten der staatlichen Förderbank KfW zur Verfügung, darunter Förderkredite mit Tilgungszuschüssen und reine Zuschüsse – vorausgesetzt, die Heizung nutzt erneuerbare Energien. Die Grundförderung für den Austausch einer Heizung beträgt einheitlich 30 Prozent.

Die Umsetzung von Maßnahmen aus einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) wird in den Bereichen Gebäudehülle, Anlagentechnik und Heizungsoptimierung mit einem Zusatzbonus belohnt.

Mit der Möglichkeit zusätzlicher Boni – beispielsweise von der BAFA für eine Energieberatung für Wohngebäude – können Sie insgesamt eine maximale Förderung von 70 Prozent erhalten.

Hinweis: Wir geben Ihnen einen Überblick zu allem, was Sie über Heizungsförderungen und die jeweiligen Heizsysteme wissen müssen.

 

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