Rehkitz-Rettung mit Drohnen und viel ehrenamtlichem Engagement

veröffentlicht am 24. Juni 2022

Sämtliche Drohnen-Teams der Rehkitz- und Wildtierrettung Emmendingen sind aktuell in der Region unterwegs. Mit modernster Technik spüren die ehrenamtlichen Helfer des Vereins vor allem Rehkitze aber auch Hasen und Bodenbrüter auf Wiesen und Feldern auf und bringen diese vor landwirtschaftlichen Maschinen in Sicherheit – auch mit Unterstützung der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

 

Die Rehkitzrettung findet alljährlich im Mai und Juni statt. Die morgendliche Suche startet in der Regel bereits vor 5 Uhr und dauert mitunter bis 10 Uhr, je nach Anzahl und Gröẞe der Flächen. Danach gehen die Helfer:innen ihrer regulären Arbeit nach.

„Eigentlich bietet das hohe Gras für Kitze vor Feinden wie Füchsen oder Greifvögel einen optimalen Schutz“, erklärt Joachim Göhringer, 1. Vorsitzender des Vereins. „Leider hat das Jungtier aber noch keinen Fluchtreflex.“ Moderne Traktoren und Mähwerke sind heutzutage auf den Feldern sehr schnell und sehr effizient unterwegs. Da die Kitze und die Gelege im hohen Gras so gut getarnt und auch viel zu klein sind, um sie vom Traktor aus zu erkennen, wird der Nachwuchs der Wildtiere leider sehr oft Opfer der Mahd.

Gerettetes Geschwisterpaar

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Das verhindert jetzt die Rehkitz- und Wildtierrettung Emmendingen: Mit Drohnen und Wärmebildkameras sind die Helfer frühmorgens unterwegs und bringen die Jungtiere und Gelege in Sicherheit. „Wir stehen für eine enge Zusammenarbeit von Jagd, Landwirtschaft und Naturschutz, um einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur zu garantieren“, sagt Göhringer. Fast täglich sind die rund 20 aktiven Helfer:innen mit 2 Vereinsdrohnen und aufgrund einer Kooperation mit 2 zusätzlichen Drohnen der Kreisjägerschaft Emmendingen im Einsatz.

Eine Rettungsaktion läuft immer folgendermaßen ab: Wenn ein Landwirt sein Feld angemeldet hat (mind. 24 Stunden vorher), wird unmittelbar vor dem Mähen die Drohne gestartet und die Wiese mittels Wärmebildkamera abgesucht. Versteckt sich ein Rehkitz dort, fangen die Läufer:innen es ein – unter höchsten Vorsichtsmaßnahmen. Mit Handschuhen und mit Grasbüscheln vermeiden die Helfer:innen direkten Kontakt. Göhringer: „Denn hat das Kitz den Geruch eines Menschen an sich, kann es zum Waisenkitz werden. Das Muttertier wird es wahrscheinlich nicht mehr annehmen.“

Die Sparkasse Freiburg gehört zu den Förderern und Sponsoren der Aktion. „Wir unterstützen diesen wichtigen Beitrag zum aktiven Tierschutz sehr gerne“, erklärt Marc Winsheimer, Leiter Referat Gesellschaftliches Engagement.

234 Rehkitze haben Läufer:innen und Pilot:innen auf diese Weise in diesem Jahr das Leben retten können. Dazu kommen ungezählte Hasen, Gelege und Nachwuchs von Wiesenbrütern.
„Die Menge der Einsätze macht die Anschaffung einer dritten Drohne notwendig“, sagt Göhringer. „Da der Verein sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Sponsorengelder finanziert, sind alle Spenden herzlich willkommen.“

Denn so eine Drohne mit Wärmebildkamera kostet mit Zubehör wie Akkus, Bildschirm zur Flächenüberwachung, Funkgeräten für die Läufer:innen rund 7.500 Euro.

 


Jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass der Verein weiter erfolgreich arbeitet – entweder mit Spenden oder durch rechtzeitige Anmeldung seiner Felder vor der Mahd. Weitere Informationen gibt es hier

 

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