Bürgerbewegung Nachhaltigkeit: Regionalität der Sparkasse ist entscheidender Vorteil

veröffentlicht am 31. Mai 2022

Frankfurt am Main, Zentrale der Deka Bank im Trianon an der Mainzer Landstraße: In einem Café im Erdgeschoss des Wolkenkratzers treffen sich Dr. Ulrich Kater (Chefvolkswirt der Deka) und Annette König (CSO der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau) zu einem Austausch über das Thema Nachhaltigkeit und ESG-Steuerung – rund um sozial- und umweltverantwortliches Handeln, in Englisch Environmental Social Governance.

 

Dr. Kater bestellt einen schwarzen Kaffee, ohne Alles. Klassisch, zeitlos, bescheiden. Er ist trotz seiner beeindruckenden Vita bodenständig geblieben und das macht ihn sympathisch und authentisch zugleich. Studiert hat er an den Universitäten Göttingen und Köln, promoviert am finanzwissenschaftlichen Lehrstuhl der Universität zu Köln. In den Neunzigerjahren war Ulrich Kater im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt zuständig. Seit 2004 ist er Chefvolkswirt der DekaBank und seit 2006 Vorsitzender des Beirates für Wirtschaftsfragen im Verband Öffentlicher Banken.

 

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka

 

Annette König | Welche Bedeutung hat Nachhaltigkeit für Sie bei der Deka ?

Dr. Ulrich Kater » | Nachhaltigkeit ist ein nicht wegzudenkender Bestandteil in unsere Gesellschaft, dem Finanzsektor und den Unternehmen. Zusammengefasst: es betrifft jeden Einzelnen von uns.
Der Finanzsektor hat beim Thema Nachhaltigkeit durch die Politik eine große Bedeutung erhalten. Die Veränderungen, die zu bewältigen sind kann die Politik aber nicht allein bewältigen. Dafür braucht sie Unterstützung durch den Finanzsektor und am Ende von jedem.

Nachhaltigkeit ist aus meiner Sicht aber noch mehr, es ist eine Bürgerbewegung. Die Bürgerinnen und Bürger agieren aus einer Freiwilligkeit heraus nachhaltig. Es gibt keinen Zwang für einen Bürger nachhaltig zu handeln. Die meisten handeln jedoch aus einer inneren Haltung heraus. Weil es Sinn hat.
Die Deka ist auch ein Teil dieser Bürgerbewegung diese unterstützen. Und das passt auch zusammen, weil wir aus einer inneren Haltung heraus handeln. Es macht auch für uns Sinn. Deshalb gibt es in der Deka Bank durchweg eine positive Grundhaltung zur Nachhaltigkeit und der notwendigen Transformation der Wirtschaft.
Die Regulatorik mit ihren Anforderungen unterstützt die Deka wiederum bei der Umsetzung. Mit Leitplanken und Handlungsempfehlungen. Wo die Regulatorik bzw. Politik weitergeht als nur einen Rahmen zu setzen, ist bei dem Thema Transparenz. Wir brauchen mehr Daten zur Nachhaltigkeit von Produktionsweisen, hier hat der Gesetzgeber Voraussetzungen geschaffen, aber auch die Finanzwirtschaft trägt in der Diskussion mit den Unternehmen ihren Teil bei.

 

Welche Chancen bietet Nachhaltigkeit aus Ihrer Sicht für die Sparkasse Freiburg Nördlicher-Breisgau?

» | Die Sparkasse Freiburg Nördlicher-Breisgau hat die große Chance ein Teil der Bürgerbewegung zu sein.
Dabei hat Ihr Haus im Vergleich zur Deka Bank noch einen ganz entscheidenden Vorteil: ihre regionale Verbundenheit.
Sie kennen die regionalen Gegebenheiten und die damit einhergehenden Herausforderungen für Ihre Kunden. Sie kennen Ihre Kunden und die unternehmerischen sowie privaten Hintergründe.
Oftmals hat sich über Jahre ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, dass die Geschäftsverbindung zusammenhält.

 

Welche Bedeutung hat Nachhaltigkeit für Sie privat?

» | Ich habe eine recht konservative Grundeinstellung zum Konsum. Also, da bin ich altmodisch. Ich werfe nichts weg, was noch funktioniert. Ich tausche auch nicht meine Klamotten nach ein paar Monaten aus, nur weil sie nicht mehr im Trend liegen.
Aber Ich habe auch für mich festgestellt, dass Nachhaltigkeit in Deutschland noch oft ausgebremst wird. Etwa wenn für die Elektromobilität zu wenig Ladepunkte vorhanden sind, insbesondere wenn man in der Stadt lebt. Oder wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht vorangeht. Jeder ist für einen umfassenden Umbau in der Energieinfrastruktur aber wie immer will niemand persönlich dafür Opfer bringen. Das wird auf Dauer nicht gehen. Deshalb fahre ich Auto, obwohl ich es lieber stehen lassen würde. Immerhin versuche ich Inlandsflüge zu vermeiden und stattdessen auf die Bahn umzusteigen.

 

Haben Sie einen Tipp in Bezug auf Nachhaltigkeit in Ihrer Region?

» | Den habe ich für den Südwesten von Frankfurt am Main. Und zwar die „Schwanheimer Düne“ und das „Schwanheimer Mainufer“. Ein schönes Naturschutzgebiet, das einem wie eine kleine Oase vorkommt und ein Naturgefühl vermittelt. Mir persönlich macht es auch deutlich, wie wichtig es ist etwas so Schönes und Gutes zu bewahren. Ich bin sehr gern dort, hier versöhnt Frankfurt Stadt und Natur.

 

 

 

Annette König ist als Chief Sustainability Officer (CSO) der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau dabei, das Unternehmen auf Nachhaltigkeit auszurichten. Dafür steht sie in permanentem Austausch mit dem Vorstand und den Fachabteilungen. In regelmäßigen Abständen fragt sie deshalb ihre Kolleg:innen „Auf einen Kaffee“ , wie sie selbst das Thema bewegt.

 

 

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