Nachhaltig – und ökonomisch sinnvoll

veröffentlicht am 16. September 2021

lokalist waschechter Vorreiter. Das Freiburger Unternehmen EXTROL hat im Gewerbegebiet Haid Deutschlands erstes energieautarkes Tank- und Waschzentrum in Betrieb genommen. Mit einer Solaranlage, einem Blockheizkraftwerk und Wärmepumpen wird mehr Energie erzeugt, als der Betrieb verbraucht. Über das innovative Konzept sprechen wir mit Christian Schulz, geschäftsführender Gesellschafter der Extrol Mineralöle Schulz GmbH.

 

lokalist | Tankstellen und Nachhaltigkeit, das passt auf den ersten Blick nicht wirklich zusammen.

Christian Schulz | Das stimmt. Aber schaut man genauer hin, passt das sogar ziemlich gut. Als Freiburger Unternehmen sind wir seit Jahrzehnten Vorreiter in unserer Branche. Der grüne Faden zieht sich durch: In Freiburg waren wir die ersten, die bleifreies Benzin anboten, damals etwas ganz Besonderes.

 

Und bundesweit gehörten Sie zu den ersten, die schwefelfreien und rußpartikelreduzierten Diesel im Sortiment hatten?

» | Richtig. Auch bei alternativen Kraftstoffen waren wir immer vorn: Bioethanol, Bio-Diesel auf Rapsbasis, Erdgas, Autogas. Und im Schmierstoffgroßhandel setzen wir seit Jahren auf biologisch abbaubare Produkte etwa für die Forst- und Landwirtschaft und die Lebensmittelindustrie.

 

Jetzt steht auf der Haid das nachhaltigste Tank- und Waschzentrum Deutschlands. Eine Million Euro kostete der Umbau …

» | … und wir hatten dabei die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau als Finanzpartner an unserer Seite, mit der wir übrigens schon seit 1970 kooperieren – ein enges Vertrauensverhältnis, das auch bei diesem Projekt sehr wichtig war: Der Finanzierungsanteil beträgt rund 75 Prozent, zinsgünstige Förderdarlehen und ein Tilgungszuschuss der L-Bank machen das möglich. Und wir sehen: Das ist richtig gut investiertes Geld. Die PKW-Waschstraße sowie die LKW-Waschstraße sind energieautark und sparen auch bis zu 80 Prozent Frischwasser dank der innovativen Wasserrecyclinganlage. Und auf dem Dach befinden sich 500 Quadratmeter Photovoltaik. Wir sind richtig stolz. Unser Ziel war, etwas ganz Besonderes zu entwickeln, das in unserer Branche noch kein Unternehmen auf den Weg gebracht hat. Wir wollten zeigen, dass Nachhaltigkeit auch ökonomisch sinnvoll ist und mit den richtigen Partnern auch unkompliziert finanzierbar. Das haben wir geschafft – mit innovativen Umwelttechnologien.

 

Christian Schulz, geschäftsführender Gesellschafter der Extrol Mineralöle Schulz GmbH, vor der energieautarken LKW-Waschstraße im Gewerbegebiet Haid in Freiburg.

 

Ein energieautarkes, umweltfreundliches Tank- und Waschzentrum – da kann sich Ihre Branche ein Scheibchen abschneiden?

» | Wir sind die ersten in der Branche mit einem solch umweltfreundlichen Energiekonzept – und wir hoffen auf viele Nachahmer. Aber die Mineralölwirtschaft bringt sich schon sehr konstruktiv in die aktuelle Diskussion um Klimawandel und Nachhaltigkeit ein. Ich bin sicher: Die größten Erfolge entstehen im gemeinsamen Dialog. Die Vorgaben und Gesetzesbestimmungen aus Brüssel sind für die gesamte deutsche Wirtschaft aber eine riesengroße Herausforderung.

 

Eine Zukunft ohne Mineralöl …

» | … wird es niemals geben. Dafür sind Mineralöle zu wichtig. Denken Sie an all die Fenster, Rohre, Kabel oder Schläuche aus Kunststoff. Auch die Medizin kommt ohne PVC nicht aus.

 

Gehört der E-Mobilität die Zukunft?

» | Sie ist ein Baustein im gesamten Mix technologischer Möglichkeiten. Auf Kurzstrecke in der Innenstadt ist sie sicherlich sinnvoll, ebenso im ÖPNV. Ein weiterer Baustein ist die Wasserstofftechnik.

 

Was halten Sie von staatlicher Förderung etwa für Ladesäulen?

» | Wir haben an unserem Standort Haid gezeigt, dass man große Dinge mit den richtigen Umweltinvestitionen bewegen kann. Nur eine Elektrosäule aufzustellen, das reicht nicht. Jede Ladesäule sollte sich rechnen, sonst hat sie keine Daseinsberechtigung. Die stark gestiegenen Strompreise zeigen, dass es mittelfristig nicht möglich sein wird, mit Strom günstig zu tanken. Ich sehe Deutschlands Energiezukunft mit Sorge: Elektroautos, Wärmepumpen, Wasserstoff – der Klimaschutz treibt den Stromverbrauch nach oben. Aber woher sollen die Massen an grüner Energie kommen? Das größte Potenzial bei Treibstoffen der Zukunft haben E-Fuels, synthetische Kraftstoffe, die mittels Strom aus Wasser und Kohlenstoffdioxid hergestellt werden. Bis 2050 könnten damit bis zu zehn Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden! Diese Kraftstoffe könnten in jeden Motor und ohne Umrüstung der Tankstellen umweltfreundlich getankt werden.

 

Wie läuft Ihre neue PKW-Textilwaschstraße im Gewerbegebiet Haid mit der ganzen innovativen und nachhaltigen Technik?

» | Unsere Kunden sind begeistert, wir erreichen mit der neuen Waschtechnologie noch mehr Tiefenglanz und Sauberkeit, hinzu kommt eine stark verbesserte 3-Phasentrocknung. Und das Ganze natürlich auch umwelteffizient in der modernisierten LKW-Waschstraße. Die innovativen Technologien wurden für beiden Waschstraßen eingebaut.

 

Haben Sie bereits neue Projekte am Start?

» | Wir sind ständig mit der Weiter- und Neuentwicklung von innovativen und marktführenden Tankstellenstandorten beschäftigt. Der Standort Messe glänzt unter Aral-Flagge und wird in Kürze wieder weitere moderne Module bieten. Der von uns entwickelte Jet Standort mit „do it yourself CarWash“ am Güterbahnhof entwickelt sich prächtig und bietet einen Mehrwert für das gesamte Güterbahnhofsareal. Das Extrol Tank- & Waschzentrum Haid steht mit seiner innovativen Vorreiterrolle in Deutschland ganz vorne und ist in dieser Form sicherlich einzigartig.

 

 


„Klimaneutral, nachhaltig, innovativ – so würde jedes Unternehmen gern wahrgenommen werden.“


 

„Dieses Beispiel zeigt, wie es sehr gut möglich ist, ökologisches und unternehmerisches Handeln zu kombinieren. Nachhaltigkeit ist eine Herausforderung. Aber mit der richtigen Strategie sind Umweltinvestitionen auch langfristig wirtschaftlich sinnvoll. Wie die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit auch bei Ihnen funktionieren kann? Die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau berät und begleitet Unternehmen ganzheitlich und umfassend, auch zum sinnvollen Einsatz öffentlicher Fördermittel, und ist in Baden-Württemberg innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe führend bei der Vermittlung von Förderkrediten der KfW/L-Bank.“
Frank Wittner, Unternehmenskundenberater der Sparkasse

 

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