Vorsicht vor Mietnomaden

veröffentlicht am 5. März 2022

Der neue Mieter zahlt die Miete nicht – und wollte das von Beginn an auch nie tun. Das erfahren Sie aber zu spät. Trifft dieser eher seltene Fall ein, spricht man von einem Mietnomaden. Die Folgen können für Vermieter gravierend sein. Darum sollte man seine Mieter sorgsam auswählen. Worauf Sie achten sollten, lesen Sie hier.

Regelmäßig berichten Medien über Mietnomaden: Ob in Husum oder Rosenheim – Mieter, die ihre Miete nicht zahlen, gibt es immer wieder. Dabei muss man unterscheiden zwischen denen, die durch Krankheit oder plötzliche Arbeitslosigkeit nicht mehr genügend Geld zur Verfügung haben, und denen, die unter Vorspiegelung falscher Tatsachen einen Mietvertrag unterschrieben haben. Letztere sind Mietnomaden.

Wann eine fristlose Kündigung möglich ist

Für den privaten Vermieter ist der Unterschied zunächst nicht groß: Muss er die Immobilie noch mit der ausstehenden Miete abbezahlen oder dient diese seinem Lebensunterhalt, kommt er durch die fehlenden Einnahmen in eine finanzielle Schieflage. Grundsätzlich gilt in beiden Fällen: Zahlt der Mieter nicht oder nur Teilbeträge, kann der Vermieter unter Umständen ab dem zweiten Monat mit Rückständen in Folge das Mietverhältnis kündigen. Der Bundesgerichtshof urteilte dazu im Dezember 2021 (AZ: VIII ZR 32/20): Wenn der Rückstand aus beiden Monaten zusammen mehr als eine Monatsmiete beträgt, ist er nicht unerheblich und rechtfertigt eine Kündigung. Allerdings: Häufig hat das nicht zur Folge, dass der Mieter auch auszieht. Der Vermieter kann dann zwar eine Räumungsklage einreichen, ob dieser entsprochen wird, ist jedoch fraglich. Schließlich gibt es einige Härtefallregelungen. Die Beispiele zeigen es: Einen nicht zahlenden Mieter wieder loszuwerden kann schwieriger sein als gedacht.

Welche Kosten schlimmstenfalls auf Vermieter zukommen können

Handelt es sich tatsächlich um einen Mietnomaden, muss der Vermieter auch damit rechnen, dass die Wohnung in einem schlechten Zustand ist und er nach dem Auszug des Mieters umfassend renovieren muss. Der Schaden wird für ihn also noch größer. Im schlimmsten Fall summieren sich

  • Mietausfälle über Monate,
  • Kosten für den Rechtsanwalt,
  • Gerichts- und Gerichtsvollzieherkosten,
  • eventuell Kosten für ein Speditionsunternehmen und die Einlagerung der hinterlassenen Gegenstände und
  • Kosten für die Renovierung.

Darum sollte man sich genau überlegen, mit wem man einen Vertrag schließt.

Solvente Mieter zu finden wird in einer Stadt mit Wohnungsmangel wahrscheinlich einfach sein. Hier hat der Vermieter schließlich die Qual der Wahl. Wer dagegen ein Haus oder eine Wohnung in einer infrastrukturell eher schwachen Region vermieten will, sollte besser zweimal hinsehen.

Wie Sie sich als privater Vermieter schützen

Verlangen Sie eine Selbstauskunft von Ihren Mietkandidaten. Die bekommen diese bei der Schufa.

Sie dürfen nach dem Nettoeinkommen und dem Arbeitgeber fragen. Auch einen Einkommensnachweis können Sie verlangen.

Lassen Sie sich den Personalausweis zeigen. Fotografieren dürfen Sie ihn jedoch nicht.

Eine Kaution ist immer sinnvoll. Allerdings darf der Mieter sie in drei Monatsraten bezahlen.

Es gibt für Vermieter auch entsprechende Versicherungen, beispielsweise einen Vermieter-Rechtsschutz sowie eine Mietausfall-Versicherung. Lesen Sie sich die Versicherungsbedingungen genau durch, bevor Sie eine solche Versicherung abschließen.

Stiftung Warentest hat ausführlich beschrieben, wie man die Zahlungsfähigkeit von Mietinteressenten prüfen kann.

Tipp: Falls Ihnen das zu aufwendig ist, sollten Sie einen Makler einschalten.

 

Teaserbild

lokal  ist ausgezeichnet. Das Qualitätssiegel in der Immobilienbranche: Auch 2024 erhält die Sparkassen-Immobilien-GmbH Freiburg wieder das begehrte „BELLEVUE Best Property Agent“-Siegel.   Auch in diesem Jahr wurde die Sparkassen-Immobilien-GmbH von BELLEVUE als Best Property Agent ausgezeichnet – dem „Oscar der Immobilienbranche“.

Mehr lesen

Teaserbild

Preise stabil, Zinsen runter. Wer jetzt eine Immobilie kaufen oder bauen will, kann sich freuen. Denn die Zinsen sinken. Und die Preise scheinen nach dem stärksten Verfall der vergangenen 60 Jahre ihren Boden gefunden zu haben – wenn auch auf hohem Niveau. Aber: Handfeste Zahlen zeigen, dass die Kaufpreise wahrscheinlich…

Mehr lesen

Teaserbild

Neue Rechte, neue Regeln, neue Pflichten gelten ab Jahresbeginn 2024 für Eigenheimbesitzer und -besitzerinnen, aber auch für Mieterinnen und Mieter. Auch die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten ändern sich: mit Verbesserungen und Einschränkungen. Womit sollten Sie rechnen?   Das Wichtigste in Kürze Neue Rechte: Der Grundfreibetrag für die Einkommensteuer…

Mehr lesen

Teaserbild

Innovative Lösungen von Sparkassen und Kommunen in Immobilienfragen: Wenn alles feststeckt – müssen dann wieder die Sparkassen ran? Wir sind doch schließlich Spezialisten fürs Eigenheim, aber nicht für die Lösung der Wohnungspolitik im ganzen Land. Trotzdem: Wir sagen „Ja“.   Ja, denn unsere Kundinnen und Kunden…

Mehr lesen

Teaserbild

Die Durchschnittswohnung in Deutschland hat eine Größe von 92 Quadratmetern. Pro Kopf liegt die Wohnfläche bei 47,7 Quadratmetern und ist in den vergangenen Jahren tendenziell angestiegen – mit einem leichten Knick in den Jahren 2015 und 2016 aufgrund starker Zuwanderung. Trotzdem klingt das erst mal schön üppig.  …

Mehr lesen

Teaserbild

Wer vom „Wohnen“ spricht, denkt oft an „Immobilienerwerb“. Doch rund jeder Zweite in Deutschland wohnt zur Miete. Für manche ist es äußerst schwierig, ins Eigentum kommen. Passender Wohnraum ist knapp, Mieten und Nebenkosten steigen. Im folgenden Faktencheck zeigen wir auf, wie Wohnen bezahlbar bleiben kann.    …

Mehr lesen