So machen Sie Haus und Wohnung einbruchsicher

veröffentlicht am 17. Dezember 2021

Jedes Jahr im Herbst und Winter nimmt die Zahl der Wohnungseinbrüche zu. Ihre Opfer erleiden nicht nur einen materiellen Schaden, sondern sind oft auch ihr Leben lang traumatisiert. Die gute Nachricht: Guter Schutz senkt das Risiko für Einbrüche deutlich.

Weit über ein Drittel aller Wohnungseinbrüche werden durch Tageswohnungseinbrecher begangen, hat die Polizei festgestellt. Oft kommen die Täter am späten Nachmittag, wenn die Bewohner bei der Arbeit sind, und brechen Fenster und Türen auf. Nur ein kleiner Teil der Fälle wird aufgeklärt – im Jahr 2020 waren es lediglich 17,6 Prozent. Dabei erbeuteten die Einbrecher Diebesgut im Wert von 216 Millionen Euro, hinzu kommt der Schaden an Fenstern, Türen und Möbeln. Immerhin: Fast jeder zweite Einbruchsversuch scheiterte 2020, in der Regel dank guter Sicherungstechnik.

Wer Einbrechern das Leben schwer machen möchte, sollte an drei Stellschrauben drehen: vorhandene Schwachpunkte eliminieren und unvorsichtiges Verhalten ändern, technisch mithilfe mechanischer und elektronischer Sicherheitsvorkehrungen aufrüsten sowie im Fall einer Abwesenheit den Eindruck erwecken, dass jemand daheim ist.

Einige der häufigsten Schwachpunkte und Fehler sind:

  • gekippte Fenster
  • Haustüren, die nur ins Schloss gezogen sind
  • im Freien versteckte Ersatzschlüssel
  • überquellende Briefkästen oder welke Blumen im Urlaub
  • schlechte Außenbeleuchtung
  • Urlaubsfotos in sozialen Medien

Beim eigenen Verhalten lässt sich am leichtesten ansetzen: Fenster sollten bei Abwesenheit immer geschlossen und Türen abgeschlossen sein. Wer in Urlaub fährt, kann Nachbarn oder Freunde bitten, den Briefkasten zu leeren und die Blumen zu gießen. Auf keinen Fall sollte man Reisen in sozialen Medien ankündigen oder Urlaubsbilder posten. Gegen eine schlechte Außenbeleuchtung helfen Lampen mit Bewegungsmelder. Außerdem sollte man Leitern und Mülltonnen nicht im Freien stehen lassen – dies erleichtert Einbrechern den Weg in obere Stockwerke.

In technische Sicherungen investieren

Daneben sollte jeder in eine solide mechanische Grundsicherung investieren. Zu diesen Vorkehrungen zählen Sicherheitstüren, Querriegelschlösser, sichere Schließzylinder, Aushebelsperren oder Gitter vor Kellerfenstern und Nebeneingangstüren. Bei fachgerechter Montage bieten zum Beispiel Panzerriegel sehr guten Schutz vor dem Aufhebeln von Türen.

Eine besondere Schwachstelle sind Fenster sowie Terrassen- und Balkontüren. Bei modernen Bauelementen zeigt die Widerstandsklasse, wie gut sie vor Einbruch schützen – die Skala reicht von RC1 (niedriger Schutz) bis RC6 (sehr hoher Schutz). Neue Fenster und Türen sollten laut Polizei mindestens den Standard RC2 haben. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zur Nachrüstung, etwa mit Fenster-Zusatzschlössern und abschließbaren Fenstergriffen.

Auch in der Wohnung kann man seine Wertsachen schützen, etwa mithilfe eines fest eingebauten Safes mit hoher Sicherheitsstufe. Diese sind jedoch nicht günstig. Eine gute und sichere Alternative ist ein Bankschließfach bei der Sparkasse.

Elektronische Helfer im Einsatz

Der mechanische Schutz kann durch technische Helfer ergänzt werden – etwa durch die erwähnten Lampen im Garten oder Eingangsbereich, die an Bewegungsmelder gekoppelt sind. Diese können auch Teil einer vernetzten, smarten Haussteuerung sein. Inzwischen lassen sich per Smartphone alle Hauszugänge mithilfe von Tür- und Fenstersensoren überwachen oder Türschlösser aus der Ferne verriegeln. Allerdings können die Systeme selbst zum Risiko werden, wenn Diebe sich ins Internet einhacken, das als Schnittstelle zwischen Gerät und Benutzer dient.

Etwas komplexer sind Überfall- und Einbruchmeldeanlagen. Diese verraten die Diebe durch Sirenenlärm oder, indem sie Signale an ein Wachunternehmen oder die Polizei melden. Die Installation einer solchen Anlage sollte man einem Experten überlassen. Allerdings beginnen die Preise für vernünftige Alarmanlagen in der Regel bei 2500 Euro.

Daneben gibt es noch allerlei technische Unterstützungsmittel, etwa Geräte, die Hundegebell oder das Flimmern eines Fernsehers vortäuschen. Oder eine Zeitschaltuhr, die das Licht in einem oder mehreren Räumen einschaltet oder Jalousien bewegt – und so den Eindruck vortäuscht, es wäre jemand zu Hause. Weniger sinnvoll sind dagegen Kamera-Attrappen im Außenbereich. Denn diese signalisieren den Tätern: Hier ist etwas zu holen.

Unterstützung von der KfW

Ob mechanische Sicherung oder smarte Technik: Wer sein Haus oder seine Wohnung gegen Einbruch sichert, kann dazu eventuell einen zinsgünstigen Kredit bis 50.000 Euro erhalten – oder einen Zuschuss von bis zu 1600 Euro, der nicht zurückgezahlt werden muss. Über die genauen Konditionen informiert die KfW auf ihrer Homepage. Diese Mittel können übrigens auch Mieter beantragen, wenn sie die Wohnung nachrüsten. Allerdings müssen sie beachten, dass sie für jede bauliche Veränderung zuerst die Zustimmung ihres Vermieters brauchen.

Außerdem informieren die Beratungsstellen der Polizei kostenlos über Sicherheitsprodukte, Schutzmaßnahmen und Fachbetriebe.

Hier erfahren Sie mehr über Einbruchschutz:

  • k-einbruch.de: Tipps zur Einbruchprävention und Verzeichnis der polizeilichen Beratungsstellen.
  • polizei-beratung.de: Weitere Tipps, Broschüren und Tools, etwa auch eine Wertgegenstandliste.
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